Montag, 9. Dezember 2013

Nijinsky auf der Bühne in Baden-Baden

Es ist noch ein wenig früh, aber die Texte kommen schon in die Jahresprogramme und Flyer, so dass es nie zu spät ist, sich das Datum vorzumerken. Ich habe die Ehre und das besondere Vergnügen, Vaslav Nijinsky und Sergej Diaghilew in einer szenischen Lesung auf die Bühne zu bringen ... in genau der Stadt, wo sie 1913 incognito abstiegen.

Ihr Aufenthalt in Baden-Baden ist relativ unerforscht. Davor liegen die größten Theaterskandale der europäischen Kulturwelt, zuletzt der von Strawinskys Le Sacre. Danach fand die völlig überstürzte und bis heute im Motiv nicht geklärte Heirat Nijinskys mit seinem "Groupie" Romola statt - obwohl er noch kurz zuvor gemeinsam mit seinem Partner Sergej Diaghilew als Europas berühmtestes schwules Paar kein Verstecken nötig hatte. Was war in jenen Sommertagen geschehen?

Im Hotel Stéphanie-les-Bains, dem Vorgänger von Brenners Parkhotel,  stiegen die beiden Ballettgiganten 1913 ab

Jeux – russische Spiele in Baden-Baden
Ein Stück von Petra van Cronenburg
in einer szenischen Lesung mit Schauspielern des Baden-Badener Theaters. Eine Veranstaltung der Bibliotheksgesellschaft Baden-Baden in Zusammenarbeit mit dem Stadttheater am Di., den 27.5.2014 im Literaturmuseum("Gartenhaus").

Ein rätselhaftes Vabanquespiel in Baden-Baden. Zwei Männer, die ihre Träume, Sehnsüchte und die Kunst auf eine Karte setzen.
Im Hotel Stéphanie steigen 1913 zwei Giganten der Theaterwelt ab: Vaslav Nijinsky, weltweit als „Gott des Tanzes“ verehrt, und Sergej Diaghilew, „Gottvater“ der legendären Ballets Russes. Ein ungleiches Paar privat wie auf der Bühne, bei dem es heftig kriselt: Nijinsky tanzt nicht mehr den schillernd schönen Sklaven. In der Weltpresse zerreißt man sich das Maul über seine ultramodernen Choreografien. Der Skandal um Strawinskys „Le Sacre“ hat fast zu diplomatischem Streit zwischen Frankreich und Russland geführt. Dem Impresario Diaghilew steht finanziell das Wasser bis zum Hals, die Mäzene werden unruhig – er sucht den Rausch in altem Pomp. Offiziell plant das Paar in der Kurstadt ein neues Bach-Ballett, will sich von den Skandalen der Pariser Saison erholen. Doch im Hintergrund spinnt jemand unsichtbare Fäden – eine Ménage à trois mit einem Unbekannten verlangt vollen Einsatz.
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