Donnerstag, 26. April 2012

Nijinsky in Baden-Baden

Pressetext

Im Badischen ist die Buchautorin Petra van Cronenburg, die in Rastatt geboren ist und im Elsass lebt, durch ihre Bezüge zur Region bekannt geworden: Ihr Frankreichroman „Lavendelblues“ (Lübbe) spielt in Teilen in Baden-Baden, mit ihrem literarischen Reisebuch „Elsass. Wo der Zander am liebsten im Riesling schwimmt“ (Hanser / ab 2013 Insel-Suhrkamp) machte sie Appetit auf Küche, Land und Leute. Nun kommt die Schriftstellerin mit einem „russischen Thema“ in ihre persönliche Lieblingsstadt zurück. Sie liest und erzählt aus ihrem neuesten Buch: „Nijinsky. Annäherung an einen Mythos“.

Vaslav Nijinsky, Star der Ballets Russes unter Leitung von Sergej Diaghilew, war der größte und wohl auch skandalträchtigste Tänzer des 20. Jahrhunderts. Isadora Duncan wollte vom „Gott des Tanzes“ ein Kind. Er inspirierte Charlie Chaplin und Rudolph Valentino, aber auch die Pariser Modewelt um Cartier, Chanel und Guerlain. Igor Strawinsky komponierte die Musik für seinen größten Ballettskandal, das „Frühlingsopfer“. Die enge Beziehung des Komponisten zu Baden-Baden ist bekannt. Die Autorin Petra van Cronenburg wird jedoch auch erzählen, wie Nijinsky und das Führungsgremium der Ballets Russes incognito in Baden-Baden weilten, um ein russisches Ballett mit Inspirationen aus dem Badischen auszustatten. Es war im Schicksalsjahr 1913: Auf dem Höhepunkt seines Ruhmes stürzte der Tänzer ab. Eine Zwangseinweisung in die Psychiatrie, zweifelhafte Diagnosen und Therapieexperimente trieben seine Seele ins Unerreichbare.

Vaslav Nijinsky und Sergej Diaghilew stiegen incognito im Hotel Stéphanie-les-Bains ab, dessen Nachfolger das Brenner's Parkhotel ist. (Foto: Petra van Cronenburg)
Mit ihren Wurzeln im Sankt Petersburger Mariinsky-Theater und Auftritten ausschließlich im Ausland waren die Ballets Russes zwischen 1909 und 1929 das erste globale Theaterphänomen. Die ganze Welt geriet ins Ballettfieber, von der europäischen Avantgarde bis nach Hollywood ließ man sich vom sogenannten „russischen Orientalismus“ inspirieren. Petra van Cronenburg macht in ihrem Portrait des Startänzers die schillernde Welt wieder lebendig, in der Frauen plötzlich Turban und Haremshosen trugen und Männer die schwülen Düfte der Bühnenmärchen.

tanznetz.de, das größte deutsche Tanzportal, über das Buch:
"Das Besondere an diesem Buch ist, wie Petra van Cronenburg sowohl die künstlerische wie die menschliche Seite Nijinskys nahebringt, auf ganz unprätentiöse, einfühlsame Art, vor allem aber immer darauf bedacht, der vielschichtigen Persönlichkeit Nijinskys im Rahmen seiner Zeit gerecht zu werden. Da ist viel Neugier spürbar, aber auch großer Respekt, Zuneigung und Zurückhaltung, Bewunderung und Skepsis. Auf diese Weise holt sie auch diejenigen unter ihren Lesern ab, die mit Nijinsky bisher vielleicht nicht so viel anfangen konnten. Sie macht ihn und sein Leben, seine Kunst, verstehbar, nachvollziehbar."

Lesung
Petra van Cronenburg: „Nijinsky. Annäherung an einen Mythos“
bei der Deutsch-Russischen Kulturgesellschaft e.V.
8. Mai 2012, 19 Uhr, im Saal Aurelian des Hotels Aqua Aurelia (gegenüber Vincenti-Parkhaus)
Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei.

Kommentare:

Lebenskünstler hat gesagt…

Heiliger Strohsack! Ich bin ganz in der Nähe!!! Und hab leider eine eigene Veranstaltung... :-(
Rastatt, die Stadt meiner Mutter, Großmutter, Urgroßmutter...Ich wünsche ganz viel Erfolg und einen satten Bücherverkauf!
Herzlich, Petra

PvC hat gesagt…

Das gibt's nicht! Wenn du mal wieder in der Nähe sein solltest, melde dich, zwei Petras aus der gleichen Stadt, das gibt's ja nicht ...
Und herzlichen Dank für die Wünsche! Die andere ...

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