Donnerstag, 6. Oktober 2011

Heute "Nijinskys Auge" im TV

Heute abend in ZDF neo um 23:30 Uhr Wiederholung der Doku "Nijinskys Auge". Es geht darin um die Hamburger Ausstellung gleichen Namens, bei der zum ersten Mal John Neumeiers Kollektion von Bildern zu sehen war, die Nijinsky gezeichnet hat. Lange Zeit wurde dieses Schaffen als reine Aktion im Wahn herabgesetzt. Die Hamburger Ausstellung hat Nijinskys Bildsprache mit der von zeitgenössischen Künstlern der Avantgarde verglichen.

Einem anderen Aspekt von Nijinskys bildnerischem Schaffen bin ich nachgegangen: Kann man Nijinskys Bilder als sogenannte Outsider-Kunst betrachten, oder wie manche sagen "Art Brut"? Hans Prinzhorn hat zu Lebzeiten Nijinskys eine berühmte Sammlung der "Bildnerei von Geisteskranken" zusammengetragen, u.a. aus der Klinik, in der Nijinsky behandelt wurde. Nijinskys Art zu malen, zeigt durchaus Parallelen dazu. Ich habe deshalb in meinem Buch "Faszination Nijinsky. Annäherung an einen Mythos" Dr. Michael Braunsteiner, den Kuratur von Admont, interviewt. Er hatte die weltberühmte Sammlung Prinzhorn für eine Ausstellung nach Österreich geholt und beschäftigt sich intensiv mit Outsider Art. Er konnte viel Spannendes erzählen über den Mythos von Genie und Wahnsinn, über Grenzgänge in der Kunst und echte künstlerische Begabung in der Krankheit. Und er erklärt, was uns an der Vorstellung vom wahnsinnigen Künstler so fasziniert und gleichzeitig Angst macht. Seine Deutung, wie ein Balletttänzer und Choreograf so scheinbar plötzlich zur Bildenden Kunst kommt, ist sehr überzeugend.

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