Samstag, 25. Juni 2011

Trauriger Abschied

Man macht sich viel zu wenig Gedanken darum, wie hart und anspruchsvoll der Beruf der BalletttänzerInnen ist. Sie hören jung auf. Ein ziemlicher Schlag ist es für mich, gerade vom Abschied Yann Revazovs zu hören - nicht nur von der Oper in Halle, sondern vom aktiven Tänzerleben. Yann Revazov ist 31 Jahre alt. Er hat im Ballett Rossa einen derart göttlichen Nijinsky getanzt, dass ich auf die Idee kam, den Choreografen Ralf Rossa für mein Buch zu interviewen. Im Video rechts in der Menuleiste ist er zu sehen. Morgen um 18 Uhr tanzt er das letzte Mal in Halle. Wenn Yann Revazov geht, bleibt eine Lücke...
Ein Artikel zu seinem Abschied via tanznetz.de

Freitag, 24. Juni 2011

Jubelschrei von Paris bis Petersburg!

Äußerlich bin ich vollkommen still, weil noch fassungslos vor Glück. Innerlich schreie ich vor Freude, dass man es von Paris bis Petersburg hören könnte! Ein Luftpost-Päckchen, das einen abenteuerlichen Umweg in Frankreich genommen hat (wahrscheinlich Billigflieger), ist nach einer Woche Reise endlich da: der Aushänger des Nijinsky-Buchs. Das ist sozusagen der Probedruck ohne Bindung. (Fotos sind durch Klicken vergrößerbar)


Meine Aufgabe ist es, nun die Fahnen noch einmal sehr aufmerksam zu sichten und evtl. zu korrigieren. Anders als im normalen Verfahren muss ich Korrekturen allerdings direkt im Satz anbringen und eine neue Datei übertragen. Bin ich zufrieden, erteile ich feierlich das imprimatur - die Druckfreigabe. Und dann rollt die Maschinerie an. Der Druckstock wird gefertigt (heutzutage eine Datei) und das Buch wird bei Libri gemeldet. Bis es das Sortiment dann aufnimmt und online wie im Buchhandel bestellbar macht, dauert es ein bis zwei Wochen. Etwas schneller kann man wahrscheinlich im Verlag direkt bestellen. Und sobald es dort im Shop auftaucht, werde ich das Geheimnis des Titels lüften!

Im Folgenden ein paar Eindrücke. Ich muss mich für Farbqualität und Aufnahmequalität entschuldigen, ich fotografierte mit einer 40-Euro-Deppenkamera bei minütlich wechselnden Lichtverhältnissen. Außerdem sind die Fotos sehr stark komprimiert fürs Blog. Dadurch ergeben sich unnatürliche Farben und Unschärfen, die Bilder im Buch erscheinen gerastert oder geriffelt. Ich schwöre, das Original sieht einfach perfekt aus von der Druckqualität, das Papier ist leicht gelblich. Völlig überrascht bin ich von der Qualität des Farbdrucks innen, aber auch die Schrift macht einen guten Eindruck. Im Gegensatz zu manchen Billigverfahren sind die Druckfarben absolut wischfest und sie vereinigen sich so gut mit dem Papier, dass der PoD-Druck besser aussieht als der Offsetdruck bei vielen Taschenbüchern!

Ein dickes Danke geht an Ulrich Baum, der nicht nur das Cover gestaltet hat, sondern die teilweise in sehr schlechter Qualität vorliegenden historischen Aufnahmen so gut bearbeitet hat, dass man kaum glauben mag, wie viele Dreckflecke, Knicke, Schnitte und verblasste Stellen die Originale hatten.
Was die Technik betrifft, muss ich den Verlag loben. "International Klein Blue" (man gönnt sich ja sonst nichts) ist im Druckgeschäft eine schlimme Farbe. Aus der Herstellung kamen, ohne dass ich das erfragt hätte, gleich drei Nuancenvorschläge - und wenn ich die nicht mag, kann ich noch eine Datei einschicken. Was dringend zu ändern wäre, ist das grausame Grün unter dem Verlagsnamen (nicht von uns) - aber dazu sind Aushänger ja da. Im Moment wirkt das Cover auf dem Foto hier noch etwas seltsam, weil die grafische Hauptsache abgedeckt ist - also nicht erschrecken.

Und für die Typographen und Layouter unter meinen Leserinnen und Lesern: Ich selbst sehe natürlich sofort, was man hätte besser machen können - für meine Wünsche fehlt mir jedoch noch das Profiprogramm (oder der Profi). Layout und Satz dieses Buchs habe ich schlicht mit Word gemacht - eine elende Pfriemelei, aber es ist erstaunlich, wozu man dieses Programm in seinen Innereien überlisten kann...
Gesetzt ist das Buch in der Dante, die Einzelseiten mit Zitat (s.o.) in Opera Lyrics Smooth, einer Schrift, die Originalprogrammheften aus der Zeit Nijinskys nachempfunden wurde.

Welches Blau hätten Sie denn gerne? Die Cover-Bögen
Ob dieser Text als Scharfmacher reicht?

Eine Farbtafel gibt es am Anfang des Buchs

Hoffentlich stimmen die Seitenzahlen ... die Endkorrektur wartet.
Es war einmal...

Ulrich Baum hat die historischen Fotos wirklich äußerst druckfein bearbeitet - Complimenti!

Eine Art "Daumenkino" gibt's im Buch auch - statt Film.

Der Teil mit den Interviews. Das verschwommene bis unregelmäßige Schriftbild ist der Kamera und der Komprimierung geschuldet, nicht dem Original!
So - ich brauche jetzt erst einmal sehr viel Zeit, um das alles zu begreifen und zu verinnerlichen, dass zweieinhalb Jahre harter Arbeit, unzähliger Katastrophen und großer Leidenschaft tatsächlich in ein Buch münden...

Montag, 20. Juni 2011

Ein Schnipselchen Cover vorweg

Es geht voran mit dem Nijinsky-Buch, auch wenn das für die potentiellen Leserinnen und Leser noch nicht sichtbar ist. Im Moment ist es nur eine Frage der internationalen Schneckenpost, bis ich die Druckfreigabe machen kann, denn unterwegs sind die Unterlagen bereits.
Damit das Warten ein klein wenig vergnüglicher wird, veröffentliche ich hier als klitzekleines Bonbon ein klitzekleines Stückchen Cover ... dessen Farben natürlich erst nach der Druckfreigabe ganz genau eingestellt werden.



Derweil bastle ich an meiner Website herum, damit das Bestellen nachher auch so kundenfreundlich wie möglich ist und alle Informationen mit wenigen Klicks verfügbar sind.

Dienstag, 14. Juni 2011

Valerij Gergiev

Tanz ist plötzlich wieder ein Thema im Fernsehen, jedenfalls bei ARTE und 3sat. Zum Tanz braucht es natürlich auch die richtige Musik...
Gestern saß ich voller Spannung vor einer ARTE-Doku über den weltberühmten Dirigenten Valerij Gergiev, der "nebenbei" auch noch jede Menge anderer Funktionen ausübt - er ist nämlich der Chef des Marijnski-Theaters in Sankt Petersburg. Freunde der Ballets Russes erinnern sich: In diesem legendären Theater erhielt Vaslav Nijinsky seine Ausbildung, hier schöpfte Sergej Diaghilew die künftigen Berühmtheiten seiner Truppe ab.

Im vergangenen Jahr habe ich Valerij Gergiev und das Orchester des Marijnski zum ersten Mal live erleben dürfen, ausgerechnet noch mit der einstigen Diaghilew-Premieren-Musik der Oper Boris Godunov - und ich war hin und weg. Die Dokumentation machte den Mann hinter dem Taktstock lebendig und menschlich, sie zeichnete ihn als hochsensiblen Künstler, perfektionistischen Dirigenten und musikbesessenen Worcoholic im besten Sinne - untermalt von wunderbaren Probeaufnahmen zu Strawinskys Le Sacre du Printemps. Natürlich kam die Geschichte und Kultur des Marijnsky dabei nicht zu kurz.
Die Doku ist hier online sieben Tage zu sehen, sie wird auch in ein paar Tagen zu unmöglich nachtschlafender Zeit wiederholt.

Wer danach noch nicht genug hat: Valerij Gergiev stellt bei den diesjährigen Sommerfestspielen im Festspielhaus Baden-Baden die drei Preisträger des legendären Tschaikowsky-Wettbewerbs vor.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Countdown läuft

978-3-86991-362-9. Das ist keine Nummer aus der Verbrecherdatei, sondern die magische Zahl, unter der künftig das Nijinsky-Buch bestellt werden kann. Aber bitte nicht gleich losstürmen - noch habe ich die Druckfreigabe nicht erteilt (ich warte auf den Probeandruck), noch ist das Buch im Handel nicht gemeldet. Es kann sich jetzt aber nur um sehr wenige Wochen drehen. Selbstverständlich werde ich hier im Blog sofort Laut geben, wenn es soweit ist!
Wenn es hier mit Geschichten um Nijinsky gerade etwas ruhiger wird, liegt das einzig und allein daran, dass ich im Moment meine Website für die Premiere neu bearbeiten und vor dem Erscheinen noch einiges erledigen muss. Das wird aber wieder anders!

Freitag, 3. Juni 2011

Wann kommt Nijinsky in den Handel?

Neues vom Hersteller: Nächste Woche bekomme ich den Vertrag und Nachricht aus der Herstellung, ob meine Dateien fehlerfrei und ordentlich verwendbar sind. Sollte das nicht der Fall sein, müsste ich noch einmal ran - bitte alle Daumen drücken, dass ich alles richtig gemacht habe!

Sind die Daten in Ordnung, kommen auch gleich die Fahnen. Ich muss dann nur den Vertrag unterzeichnen und die Druckfreigabe machen. Wenn alles gut läuft, kann das also nächste Woche bereits über die Bühne gehen (je nach Postweg). Etwa zwei Wochen danach, maximal vier Wochen - so meinte man, sei das Buch dann im Handel erhältlich!

Wenn ich Glück habe, wird es noch ein Junikäfer. Was bin ich aufgeregt!
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