Freitag, 25. März 2011

Le Sacre - neue Uraufführung

Gestern habe ich mir eine Eintrittskarte gegönnt für ein Ballett, das wie für mich platziert scheint zum Abschluss der Arbeiten am Nijinsky: Das Aterballetto aus Italien mit einer Uraufführung von Strawinskys Le Sacre in der Choreografie von Mauro Bigonzetti.
So sehr ich mich über dieses "Zeichen" freue, so aufgeregt bin ich. Ich kenne inzwischen Le Sacre fast Takt für Takt auswendig. Seither ertrage ich nur ganz bestimmte Aufnahmen und andere kann ich beim besten Willen nicht anhören. Und ich kenne die Rekonstruktion des Balletts nach der Choreografie Nijinskys ebenfalls fast in- und auswendig - eine der atemberaubendsten Choreografien überhaupt. Es ist nicht einfach, sich mit einem derart vorgefüllten Kopf auf ein neues Experiment des 21. Jahrhunderts einzulassen, zumal die Kritiken äußerst widersprüchlich sind.

Sollte das Aterballetto wirklich so nah am schönen Kitsch bauen, wie manche ihm nachsagen, würde es alles zerstören, was sich Strawinsky und Nijinsky zu diesem Stück je gedacht haben. Vielleicht aber ist auch das der Skandal unserer Zeit? Wo damals nur "Kakophonie" und "Verrenkung" schockierte, muss es heute vielleicht Schönheit und Kitsch sein? Ich bin schwer gespannt...

Für Interessierte noch ein Jahre alter Artikel über das Aterballetto und die Methode Berlusconi, das Tanztheater in Italien nachhaltig zu ruinieren. Auch diese Art von Kunst- und Kulturzerstörung hat Geschichte. Die Ballets Russes hätten in Paris 1909 nicht diese Erfolge feiern können, wenn nicht die Franzosen das Ballett in ihrem Land durch Vernachlässigung, fehlende Gelder und fehlenden Mut völlig zugrunde gerichtet hätten.

Fondazione Nationale della Danza Aterballetto(Choreograf Mauro Bigionzetti)
Uraufführung im Baden-Badener Festspielhaus am 8. und 9. April 2011
"Come un respiro" (Händel)
"Le Sacre du printemps" (Strawinsky)

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