Mittwoch, 2. Februar 2011

Nijinskys Spielzeugente

Wer hätte das gedacht: Vaslav Nijinsky liebte auch in Erwachsenenjahren raffiniertes Spielzeug. Der Musikkritiker Edwin Evans erinnerte sich in seinen "Ballet Memories" in der Radio Times vom 25.6.1937 an eine Spielzeugente, die sozusagen an einem der größten Ballettskandale der Geschichte beteiligt war.

Evans hatte das hölzerne Entchen in Chelsea entdeckt, weil es außergewöhnlich ausdrucksvolle eckige Bewegungen machen konnte. Und weil er von Nijinskys Begeisterung wusste, brachte er ihm eine mit.

Ein Jahr später hatte das Ballett "Sacre du printemps" von Igor Strawinsky Premiere - Nijinskys damals bahnbrechend neue, ungewöhnliche und skandalöse Choreografie ist noch heute Legende. Danach fragte Nijinsky Evans, ob er etwas wiedererkannt hätte. Evans stutzte, kam nicht darauf. Die Ente, meinte Nijinsky. Er habe schließlich dem Kritiker erzählt, dass er dieser Spielzeugente einige der eindrucksvollsten Bewegungen seiner Choreografie abgeschaut habe.

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