Dienstag, 28. Dezember 2010

Filme auf ARTE

Einen Filmtipp habe ich für Fans der Ballets Russes:

Paris und seine Künstler
ARTE, 4.1.2011 um 1:35 Uhr

Der Film von Perry Miller Adato zeigt mit einer Fülle von Originaldokumenten und Filmen das einzigartige Leben der Avantgarde in Paris zwischen 1900 und 1930. Im Grunde bringt er genau das, was ich gerade als Buch übersetzt habe, nur sehr viel sachlicher und wissender in den Kontext eingeordnet. Die Ballets Russes kommen dabei nicht zu kurz und werden meines Wissens erstmals in ihrer Bedeutung für die Kunst und Kultur im Paris der Avantgarde gewürdigt. Mehr noch: Fans dürfen sich auf Originalmaterial mit Cocteau, Strawinsky und Mary Rambert freuen - die Frau, die Nijinsky beim Einstudieren seiner Choreografie half, ist im Interview zu sehen. Außerdem dabei: Nicolas Nabokov, der später für die Ballets Russes komponiert hat, Lynn Garafola und Rudolf Nurejew in der Rolle des Fauns.
Wer wissen möchte, in was für einer Atmosphäre, in welchem Umfeld und künstlerischen, multikulturellen Reichtum die Ballets Russes entstanden und Triumphe feierten, sollte diesen Film unbedingt ansehen!

Leider nicht mehr wiederholt wird der englische Spielfilm:

Die roten Schuhe

Auf der Seite bei ARTE kann man hineinschauen und Wissenswertes lesen - etwa, dass hier bahnbrechend neu Ballett und Film miteinander verwoben wurden - preisgekrönt übrigens. Ganz so neu ist die Idee allerdings nicht - bereits frühe Stummfilmer widmeten sich immer wieder dem Ballett, nur eben mit weniger technischen Mitteln. Ein paar davon kommen in meinem Buch vor.

Dieser Film ist für Nijinsky-Fans aus einem anderen Grund interessant: Die Rolle des diabolischen Schuhmachers Grischa wird nämlich von Léonide Massine getanzt. Stellen wir uns die Zeit vor: Als der Film erscheint, lebt Nijinsky noch (er stirbt 1950). Massine hat ihn auch in seiner gesunden Zeit noch gekannt - er ist der Mann, der Nijinsky als Liebhaber und Choreograf bei Diaghilew abgelöst hat.

Unter diesem Aspekt sollte man sich den Film einmal genauer anschauen. Die Geschichte von der Tänzerin, für die im Leben der Tanz die erste Rolle spielen muss, die in ihren roten Schuhen dann aber auch nicht mehr aufhören kann, ist natürlich von Hans Christian Andersen abgeschaut. Trotzdem zeigen Drehbuch und Choreografie (z.B. der Tanz zwischen Maskenmännern) erstaunliche Parallelen zu Le Sacre du printemps und der damals von Nijinsky so grandios inszenierten Selbstopferung der Jungfrau.

Und Boris Lermontov, der Leiter der berühmten Ballett-Truppe - wie viel mag da an Anspielungen auf Diaghilew versteckt sein, wenn ihn die Primaballerina für einen anderen Mann zu verlassen droht? Es lohnt sich außerdem, bei Léonide Massines Tanz genauer hinzuschauen, den er selbst entwickelt haben soll (Sir Robert Helpman war der eigentliche Choreograf des Films): Petruschka lässt grüßen!

Eine Filmografie zu Filmen über Nijinsky oder die Ballets Russes wird sich übrigens in meinem Buch finden, das im Frühjahr erscheinen soll.

Kommentare:

Rabenblut hat gesagt…

Liebe Petra,

kannst Du mir den link zu dem Ballett-Video nennen? Youtube zeigt ihn mir nicht an, weil es mal wieder gesperrt ist, und ich benötige ihn, um es bei youtubeproxy anzusehen.
Danke!

Liebe Grüße
Nikola

PvC hat gesagt…

Sorry, dass ich das jetzt erst sehe - ich setze den Link zum Film!

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