Mittwoch, 27. Oktober 2010

Mythos Nijinsky

Was fasziniert heute noch so viele Menschen an Nijinsky? Warum begeistern sich Menschen des 21. Jahrhunderts für ihn, obwohl seit seiner Glanzzeit fast hundert Jahre vergangen sind? Die italienische Tanzhistorikerin Patrizia Veroli hat mit ihrer "Hommage an Nijinsky" in "ballettanz" einen faszinierenden Erklärungsversuch vorgelegt, der auch auf andere Starmythen Licht wirft.

Wer sich mehr für eine von Nijinskys Tanzpartnerinnen interessiert, nämlich die weltberühmte Tamara Karsavina, kann sich über einen wertvollen und gründlich recherchierten Bildband freuen. Das englische "ballet magazine" stellt Andrew Foster's Buch vor: "Tamara Karsavina. Diaghilev's ballerina". Für Fans der Tänzerin dürfte interessant sein zu hören, dass vor nicht allzu langer Zeit ein Filmausschnitt entdeckt wurde, auf dem die Karsavina wahrscheinlich 1909 das Solo mit dem Fackeltanz nach der Choreografie von Fokine tanzt. In der wunderbaren Ausstellung des Victoria & Albert Museums ist er zu sehen (s. Links rechts im Menu).

Das mag die fieberhafte Suche nach angeblich vorhandenen Orginalaufnahmen von Nijinsky wieder anheizen, dem Diaghilew ja verboten hatte, vor der Filmkamera aufzutreten. Warum der künstlich animierte, mit dem Computer hergestellte you-tube-Streifen trotz aller Beteuerungen seines Autors von Fans dennoch als echt angesehen wird, das erhellt Patrizia Veroli ebenfalls in ihrem oben genannten Artikel. Nijinsky ist und bleibt für manche Menschen auch eine Rauschdroge...

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